Dass die ZEIT eine eigene Sessionreihe hat, sollte ich ja nicht unbedingt erwähnen, dachte ich mir. Und ich war schon drauf und dran, diese Idee als blosses Plagiat zu verdammen und postwendend in Grund und Boden zu rammen (Daytrotter, la blogothèque etc. pp.). Doch dann fand ich Gefallen daran, wie die Beiden ganz unaufgeregt spielen und plötzlich wurde ich milde und fand’s dann auch gut. The XX bei ZEIT ONLINE.
Was nicht fehlen darf: Kommentare, die the XX a priori jegliche Relevanz absprechen. Ich zitiere mal den ersten Kommentar: „Das kann jede Schul-Rockband auch. Was ist so toll? Singen verkehrt, zupfen ein bisschen…. Neenee, nicht gut…“. Ach, was täten wir nur ohne unsere Kommentatoren?
7 Minuten und 23 Sekunden mit These new puritans, die den Nu-Rave endlich hinter sich lassen und auf Hidden ihren ur-eigenen Eklektizismus kreieren. So sind die treibenden Stücke auf Hidden auch mehr Gedankenblitze, Zitate quer aus Musikepochen -- kühl, unruhig und verworren. Auf ähnliche Weise haben es sich schon ganz andere Bands mit ihren Hörern verscherzt. Was These New Puritans für mich so spannend macht.
Ach, wie jung sie doch sind! Bei The Strange Boys wird mir nicht sofort klar, was mich an ihnen so fasziniert: Ist es die (bewußte?) Schlampigkeit im Spiel oder das jungenhafte chaotische Treiben und Drängen? Oder ist es vielmehr dieser falsch-authentische Garagen-Sound, der von ihnen schludrig zitiert wird?
Beach Comber? Ach ja, Männer mit Bärten, klirrende Gitarren und das trübe Gefühl eines Sommers der verpassten Möglichkeiten – alles in einem Lied. Was per se eine gute Idee war wird von dem Quartett aus New Jersey leider erbarmungslos in die Länge gezogen und bricht gerade noch rechtzeitig ab, bevor ich abschalte.
Discover the 99 most popular songs and artists of 2009 – nicht mehr und nicht weniger verspricht We Are Hunted – The Online Music Chart. Und wer von euch noch nicht genug Listen gelesen oder selbst geschrieben hat, der darf sich auf Musik und Bands freuen, die wir 2010 entweder nie wieder hören werden oder von nun an und für immer in unser Herz schließen. Handlich im Stream und fein gestaltet. Subjektivität war selten so schön verpackt…
Was für ein langweiliges spannendes Musikjahr 2009: Während die Ersten schon im Januar ihre Jahresendliste schreiben wollten (Animal Collective), merkten die Anderen erst gegen Ende, wie mühsam es werden dürfte, 10 Lieder zu selektieren, die dann auch noch 2009 erschienen sein mussten. Heraus kamen dabei Listen, die -- um es höflich auszudrücken -- austauschbar wirken. Und die beweisen, wie sehr wir vom vorgekauten Hype der Pitchforks und Stereogums futtern. Wir, die wir doch so unabhängig sein möchten. Bleibt also die Hoffnung auf 2010?
Zu Weihnachten haben uns alle lieb und schenken uns fleissig Musik. Auch Wichita Records hat ein kostenloses Mix Tape mit The Dodos, The Cribs, Los Campesinos!, Sky Larkin, Conor Oberst, First Aid Kit usw. Jetzt frage ich mich nur noch: was schenke ich zurück?
Die alljährliche Liste der BBC ist die Frage an das Pop-Orakel: Welche 15 Künstler und Bands werden wir hören? Über wen werden wir 2010 garantiert reden? Und da nun wirklich alle diese Liste lesen, ist die Trefferquote entsprechend hoch. Erfreulich dieses Jahr: The Drums und natürlich der kleine Gold Panda. Über den Rest decken wir mal den Mantel des Schweigens.
Lächerlich! Trotz des fiesen Synthiegefiepes, den repetitiven Linien und einem fordernden Beat ertappe ich mich dabei, wie ich Should Have Taken Acid With You nun schon zum vierten Male hintereinander spielen muss. Nein, Alan Palomo, so leicht wirst du mich nicht los.
Klingt wie: Ist das jetzt Daft Punk? Atlas Sound? Oder – schlimmer – Italo-Disco? Ganz sicher etwas, das ich unbedingt hören möchte, sollte ich je noch einmal Samstagabends ausgehen. Nur das mit dem Acid würde ich mir genau überlegen.