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Archive for Februar, 2008

Warum ich kein Blogger (mehr) sein möchte

Als Fussballfreund kennt man diese Szenen: Kaum wälzt sich ein Spieler am Boden, eilen schon die Ersten zur Solidaritätsbeschimpfung des Treters. Denn schnell ist der Schuldige ausgemacht und eine Zusammenrottung entsteht, die dann meistens im kollektiven Schubsen und Fallen endet.

Dieses Szenario lässt sich beinahe 1:1 auf das beliebte Spiel “Journalist prügelt auf Blogger ein” (manchmal auch umgekehrt) übertragen. Da schlägt dann, nach einer drittklassigen journalistischen Polemik, schnell die Stunde der hinteren Blogreihe, die lautstark krakeelt und glaubt, sich – ungefragt – solidarisieren zu müssen. Mit wem, für was? Überhaupt scheint mir die Zusammenrottung im Netz der neueste Trend zu werden. Früher nannte man so etwas abschätzig Pöbel.

Dass es sich in jenem Fall um Kritik an Fressblogs handelte, macht es um so spannender (gähn…), da wir erst kürzlich eine weitere Folge der Serie “Schwarmintelligenz strikes back” lesen durften. Worum es da ging? Sie werden es nicht glauben: um Brötchenbilder! Doch, doch, es gibt Menschen, die sich für ein solches Thema noch begeistern können. Und da das Thema mit der Erfolgsformel “Abmahnung” noch einmal so richtig angefeuert werden konnte, war demnach das Geschrei der Ungefragten natürlich umso grösser. Abmahnung? Da wird nicht lange überlegt – die Barrikaden brannten, Aktionen mussten her: hektisch wurden Lebensmittelbilder eingestellt.

Was ich aus dem Ganzen gelernt habe? Willst Du, dass Du gelesen wirst, dann prügel auf Blogger ein. Nichts läuft so sicher, wie das Bashen von Bloggern: die antworten immer – auch ungefragt.

Dann hau doch ab, du Idiot!

Video: Präsident Sarkozy pöbelt

Besucher: “Fass mich nicht an, Du beschmutzt mich”.
Sarkozy: “Dann verzieh dich doch. Hau doch ab, du Idiot.”

Mobius Band vs. Throw me the Statue

Ich hasse Coversongs. Coversongs sind feige und ideenlos. Manchmal. Doch eine Band, die sich hiernach benennt, muss einfach mal schonungslos ans Licht gezerrt werden. Aber ob die dann auch gleich Daft Punk covern müssen?

MP3: Mobius Band / Digital love

Damals im Oktober kam ich irgendwie an diese Throw me the statue. Jetzt haben eure Lieblingsfranzosen die auf eine Fähre vor Seattle entführt. Dranbleiben! “Lolita” und “About To Walk” nach dem Klick…

Video: Throw Me the Statue – Lolita

Bitchee Bitchee Ya Ya Ya vs. Cocosuma

Noch schöner als meine kryptischen Headlines finde ich eine Geschichte, in der sich zwei Franzosen (Fat Chimo und Chab The Jab) eine blutjunge Chorsängerin aus Schweden schnappen, die dem naiven Pop von Cocusuma erst die richtige Stimme verleiht. Die Krönung ist eigentlich nur noch, dass Bitchee Bitchee Ya Ya Ya das mal in die Hand nimmt und dem Ganzen noch einmal vollkommen durchgeknallte Drums und wummernden Bass untermischt.

Gehen Sie doch mal bitte zur Seite, wir wollen jetzt tanzen!

Cocusuma / Charlotte (Bitchee Bitchee Ya Ya Ya remix)

El Perro del Mar

Erst Jens Lekman, dann Lykke Li und jetzt auch noch El Perro del Mar – liebe Schweden, was ist da oben eigentlich bei euch los, dass ihr uns fortlaufend eine Herrlichkeit nach der anderen schickt? Und immer so richtig flott was für’s Herz. Und ich dachte schon, ihr versinkt da oben in Tristesse und Einsamkeit?

Und wie klingt jetzt diese El Perro del Mar? Irgendwie zwischen amerikanischer und britischer Musik: Mehr Soul als ganz Detroit, mehr R&B als swinging London. Der neue musikalische Mittelpunkt der Erde liegt demnach jetzt zwischen dem 55. und 69. Breitengrad. Wenn das so weitergeht, dann kauf ich mir bald ein schmuckes Häuschen in Schweden und tänzel mit Euch beseelt über die Schären…

MP3: El Perro del Mar / Somebody’s Baby

[tags]Schweden, Göteburg, Gothenburg[/tags]