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Archive for April, 2008

Velocifero

Ladytron_velocifero

Ich mache es kurz. ‘Velocifero’ – das ist: Genau 13 Lieder mit einer glasklaren Ansage. “Wir spielen hier nur genau das, was ihr von uns gewohnt seid und hören wollt. Und wenn ihr wollt, dann könntet ihr dazu tanzen.” Und darum ist Velocifero auch: 13 Kompromisse in Zeiten wie diesen, wo das Gestern schon wieder aktueller als das Heute sein kann und es letztendlich eigentlich nur noch darum geht, eine Kopie am geschicktesten neu zu verpacken. Ohne Experimente machen zu müssen. Das ist gelungen.

Velocifero – das ist aber auch und vor allem: 13 alte Geschichten, neu erzählt von Menschen aus Liverpool, die mehr als nur eine Nacht mit dem Backkatalog von 4AD verbracht haben dürften und sich tief vor Clan of Xymox, Dead can Dance und Cocteau Twins verbeugen. Und wenn es darum gehen sollte, dann ist Velocifero gut.

Kurzum: Mir gefällt das. Wirklich.

Ladytron / I’m not scared

Cut Copy – immer zurück, niemals vorwärts

Cut Copy: Wer so unverschämt klaut, wird – neben Duffy – dann ganz sicher auf den vordersten Plätzen für 2008 stehen.

[mp3] Cut Copy / So haunted

Westward Bound…The Fairline Parkway

Saft- und kraftlos sinke ich aufs Sofa. Mit dem grossen Zeh spiele ich am mp3-Player und springe so zwischen den Liedern hin und her. “Entweder kommt jetzt verdammt noch mal etwas, das mich augenblicklich aufspringen lässt – oder der Kasten verstummt!”. Ich dämmere dahin. Lieder kommen und gehen, schneller als Gedanken. Nichts bleibt haften. Ladytron? Zu bombastisch. M83? Zu gefällig. Ob es am Frühling liegt? Oder am Zwang, etwas entscheiden zu müssen?

“Ach, ich nehme es leicht und schreibe heute nichts mehr. Am Anfang war schliesslich das Wort – dann kam das Schweigen”. Schweigen also? Ja.

Das heisst: nein! Erst noch dieses “Westward Bound” von The Fairline Parkway hören. Dieses helle und klare Funkeln des Glockenspiels; diese vertrauensvolle Stimme und diese Gitarre, die genau dann einsetzt, wenn man sie braucht. Und eine Trompete, die jubilierende Fanfaren ausstösst – ganz so, als hätte irgendjemand eben gerade Amerika entdeckt.

[mp3] The Fairline Parkway / Westward Bound

Yael Naim knöpft sich Toxic vor

Yael Naim

Herrlich! Grossartig! Reichlich beseelt klingt Yael Naà¯m (ja, genau die Yael, die mit “New Soul” das Lied zur Macbook Air Werbung beisteuert) auf ihrer Version von Britney Spears’ “Toxic”, die den Bubblegumpop der Kleinen restlos entkernt und neues Leben einhaucht. Die gute, alte Björk hätte das auch nicht besser gekonnt…

[mp3] Yael Naà¯m / Toxic

The Last Shadow Puppets – The Age Of The Understatement

The Last Shadow Puppets

“So, das hier macht Alex Turner also, wenn er nicht für Arctic Monkeys singt? Klingt das nicht ein bisschen wie Adam Ant singt Ennio Morricone?”, dachte ich noch bei mir, als “The Age Of The Understatement” zum zweiten Mal los galoppierte. Und auch beim dritten Durchhören des ziemlich angestrengten “Standing Next To Me” weiss ich immer noch nicht, was ich “The Last Shadow Puppets” abgewinnen soll. Denn “The Age Of The Understatement” besitzt alles, um erfolgreich zu sein (gute Arrangements, handfeste Melodien), gleichzeitig aber auch all das, was es zum Scheitern braucht – weil von allem zu viel.

Fazit: Pop für Leute, die an den Hype glauben.

[mp3] The Last Shadow Puppets / The Age Of The Understatement