Zwischen Kitsch und Kult verlaufen die Grenzen manchmal fliessend. So auch bei Liaisons dangereuses, die sich in den frühen 1980ern aus Beate Bartel (Einstürzende Neubauten), Chrislo Haas (D.A.F.) und Krishna Goineau formierten. Mit dabei war dann auch zeitweise Anita Lane (Nick Cave and the Bad Seeds).
Auch wenn sie in bestimmten Kreisen verpönt waren (da sie einfach nicht dem Zeitgeist folgen wollten, der alles Tanzbare mit einem Bann belegte) und ihnen (wie z.B. auch D.A.F.) schnell der Stempel „Kitsch“ aufgedrückt wurde, bleibt ihr Einfluss auf spätere Genres, wie z.B. Techno und EBM, auf diesem Los niños del parque evident.
Beweis gefällig? Hier ein Live-Beispiel aus 1982 (Manchester)
Provinzstädte zeichnen sich dadurch aus, dass sie grundsätzlich einen Hauptbahnhof haben – man aber vergeblich nach allen anderen Bahnhöfen sucht: Es gibt sie einfach nicht. Abends ist die Auswahl an Zertreuung gering; die Anzahl der Kirchen dafür aber potenziell um so größer. Ein weiteres – essentielles – Merkmal ist, dass man in den Strassen von Provinzstädten viel zu viele junge Gesichter sieht, die lieber früher als später diesen Ort verlassen möchten. Ich bin froh, dass ich schneller sein werde.
Eigentlich haben Headlights wenig gemeinsam mit dem heutigen Thema. Vielleicht nur, dass man immer zu wenig Musikauswahl dabei hat, wenn man unterwegs ist.
Japanische Musik ist a priori nichts für westliche Ohren. Und wenn ich (neben Lullatone) auch nur eine einzige Ausnahme machen sollte, dann hat das bei Nagisa Ni Te (jap. „am Strand“) gleich drei handfeste Gründe: Fast schon provokativ trällern Shinji Shibayama und Masako Takeda naive Melodien, verschleppen dabei gekonnt das Tempo und wenn sie hier und dort auf die Orgel drücken, hüllen sie die ganze trügerische Unbekümmertheit urplötzlich in zarte Melancholie. Schönheit kann so brüchig sein…