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Archive for September, 2008

Illegale Downloads sind Diebstahl

In Zeiten, in denen das so genannte DRM vom Netz genommen werden soll, fordert Dieter Gorny in der ZEIT nicht weniger, als eine Kreativdebatte:

“Wir brauchen dringend ein zeitgemässes Copyright. Eine Gesellschaft, die mit Kunst so umgeht, wie es momentan der Fall ist, verliert sich, ökonomisch wie inhaltlich.”

Ich werde diesen Faden aufnehmen und werde Dieter Gorny einmal zu einem Gespräch einladen.

Jetlag auf der Grossen Freiheit

Ja, ja die Reeperbahn: Du Ort, an dem Hedonismus und schnelle Befriedigung sich brav mit MacDöner, der “alles-für-99-cent-Kneipe” und den Fleischtöpfen der amerikanischen Imbissketten arrangiert haben. Du lebst nunmehr von sentimentalen Erinnerungen. Kein Seemann kehrt hier noch ein; keiner der fab four würde sich in den dunklen Kellern noch um den Verstand singen. Deine Geschichte verkommt zu einer Plastik auf dem Beatles-Platz und inzwischen dürfte eine Madonna verruchter sein, als du es bist.

Die holzgetäfelte Decke in der Grossen Freiheit 36 lässt wohl nur noch erahnen, welcher Art von Vergnügen hier einst gefrönt wurde. Heute ist 2008 und auf der Bühne spielen sich Tahiti 80 den Abend schön. Denn auch sie haben verstanden, worum es hier heute Abend geht: TV on the radio und The Lemonheads. Keine guten Vorzeichen also. Und irgendwie scheinen sich die Franzosen auch dem Schicksal ergeben zu wollen: Nach den geplanten 40 Minuten räumen sie übereilig die Bühne – vielleicht auch, um der Schmach einer brav klatschenden Menge zu entgehen, die garantiert nicht nach einer “Zugabe!” rufen wird.

Eher rufen sie nach den ersten Protagonisten dieses Abends: TV on the radio. Die – ein wenig müde aufgrund der Zeitzonen zwischen Brooklyn und St. Pauli; ein wenig ungehalten wegen Problemen beim Aufbau des Equipments – meinen ersten Eindruck aus dem Knust 2006 nicht immer wiederholen sollten. Sei’s drum! TV on the radio sind live wie eine Kokainerfahrung, die ohne Kokain auskommt.

Was the Lemonheads angeht. Fast scheint es, als wären sie – mit ihrer längst verblassten Karriere – so etwas wie ein Sinnbild für die Reeperbahn: Die besten Jahre haben beide irgendwie schon hinter sich.

Aber das konnte ich schon nicht mehr belegen. Mit dem beginnenden Nieselregen bin ich schon wieder unterwegs.

Bodies of water here

Bodies of water

Die Kommunarden von Bodies of water sind so etwas wie die Les Humphries Singers der 2000er – mehrstimmig fröhlich und irgendwie rührend naiv, wenn sie ihr langatmiges Water here mit grundsoliden Sechziger-Rock und Bläsern abschmecken. Nur die Euphorie, die ihnen andere Kritiker nach dem Hören bescheinigen, will sich hier nicht so recht einstellen. Kommt vielleicht noch.

[mp3] Bodies of water / Water here

Am 23.10.08 sind sie mit Calexico in der Hamburger Fabrik.

We Are Beautiful, We Are Doomed – Los Campesinos!

Sturm und Drang bei Los Campesinos!. Schon das zweite Album innerhalb eines Jahres. Doch während Hold On Now, Youngster noch ein Rauschen und Brausen, ein rhythmisches Hacken war, hoffe ich bei We Are Beautiful, We Are Doomed immernoch auf eine zweite Sturmböe. Und bekomme stattdessen manchmal eher ein laues Lüftchen präsentiert. Das Warten war eigentlich vergeblich.

[mp3] Los Campesinos! / We are beautiful, we are doomed

Pumpkins and Paisley – Spinto Band

Chancen auf noch so einen knapp verpassten Welthit à  la Oh Mandy (Nice&Nicely Done, 2006) bekommen Spinto Band wohl kein zweites Mal. Aber mit Pumpkins and Paisley kreieren sie so etwas wie eine Hymne an einen amerikanischen Mythos – dem Kürbis: Knackig, eingängig und immer noch sehr Lolli-Pop.

[mp3:] Spinto Band / Pumpkins and Paisley