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Archive for Januar, 2009

Sky Larkin – Molten

Nachdem sich die Nachbarn wieder einigermassen von The Rifles erholt haben dürften und uns unsere Haustiere auch nicht mehr fragend angucken, gibt’s heute als Nachschlag ein Video von und mit Sky Larkin aus Leeds.

Klingt: Schnell, dreckig und wie 2 Lieder von Los Campesinos in einem.

Twitter – qu'est-ce que c'est?

Twittern ist wie Kommentieren in Blogs – ohne zu warten, dass der Kommentar freigeschaltet werden muss.

Twitter ist omnipräsent: In den Medien, in den Blogs – immer mehr entdecken twitter für sich oder sprechen sich dagegen aus. Doch was gibt es eigentlich dort zu entdecken, bzw. welche Argumente führen wir dagegen an? Ich werde also über twitter sprechen. Und den Spekulationen, die darüber gewagt wurden.

Twitter – eine Gebrauchsanleitung:
1. Ich melde mich auf http://twitter.com an und eröffne einen Account.
2. Ich suche follower (die Versuchung für den Anfänger, follower mit Freunden zu verwechseln ist gross. Doch wir sind hier nicht bei identi.ca oder Facebook, wo alle Kontakte gleich Freunde sind und ständig kuscheln – twitter ist auch nicht open source und kennt auch keine “Freunde”).
3. Ich schreibe etwas und follower kommen, denen ich followen kann und die sich freuen, dass ich etwas schreibe. Doch halt! Im besten Fall lesen Sie gerade noch selber, was Sie schreiben (und sei es auch nur um zu überprüfen, ob Sie alles richtig geschrieben haben).
4. Ich muss mich kurz fassen – maximal 140 Zeichen (genauso viele, wie Ihnen auf dem Handy zur Verfügung stehen, um im breiten Kopf Ihrer/m längst Verflossenen mitzuteilen, dass Sie sie auch nach x Jahren noch lieben und wie geil der Sex mit ihr/ihm doch war).

Haben Sie twitter also verstanden? Dann beginnen wir mit einer Aussage:
“Twitter ist banal!”
“Twitter ist banal” durfte ich in den letzten Tagen wiederholt in Kommentaren lesen (inwieweit sich dann genau jener Kommentar von einer gewissen Banalität abhebt, bleibt wohl das Geheimnis dieser Person). Doch wäre dann nicht jede Form von Kommunikation erst einmal banal? Wäre, wenn ich jeden wohlformulierten Satz auf seine Grundaussage beschränken würde, dieser nicht erst einmal banal? Ich glaube, dass man nicht jede Kommunikation gleich betrachten sollte.

Twittern ist eine Kunst: Die Kunst der Beschränkung.
“Guten Morgen! Kaffee jetzt”, steht dort. Natürlich kein Satz, wie ihn Jaques Derrida formuliert haben dürfte (nebenbei bemerkt ein Meister des langatmigen Diskurses). Doch dies wäre auch nicht der Ort, wo wir Jaques antreffen würden. Denn: Ausschweifende Formulierungen widersprechen dem System von Twitter – Twittern ist die Kunst der Reduzierung: auf 140 Zeichen. Gleichzeitig auch eine Herausforderung, denn mir bleiben maximal 140 Zeichen um etwas zu kommunizieren, zu transportieren. Ich muss eine Sprache finden, die diese Begrenzung überwindet und gleichzeitig nutzt. Und vielleicht dem Leser einen Nutzen vermittelt. Somit ist twittern eine Kunst: Die Kunst der Beschränkung.

Im nächsten Teil: Twitter ist keine Kommunikation – twitter ist gelebte Kommunikation. So stay tuned.

Ten Kens – Bearfight

Ten Kens

Sensible Seelen und deren Ohren sollten bei dieser Musik besser schnell zur letzten Platte von The Killers greifen – denn jetzt gibt es Schweinebauch statt Salatteller, Wagner statt Vivaldi: Ten Kens!

Klingt: Wie Musik zum Bastille stürmen.

[mp3] Ten Kens / Bear Fight

Julie Doiron – Consolation Prize

Ich kann es ja in den Zeitungen lesen, auf Blogs hören: 2009 wird das Jahr der synthy ladies. La Roux und Little Boots sind erst nur das zarte Plätschern einer noch kommenden, noch grösseren Welle. Ehrlich!
Nun ist diese Julie Doiron, von der ich Euch heute erzählen möchte, gewiss keine synthy lady – ihre knurrenden, verzerrten Gitarren und lieblichen Melodien sollen keine shiny, happy people unterhalten und zum Tanzen eignen sie sich (quasi a priori) wohl auch nicht (es sei denn man schätzt und beherrscht den Ausdruckstanz der frühen 1980er…). Doch erzählt sie uns in ihren Texten – nach Scheitern und Zweifel – von neuem Mut und ihrem wiedergewonnen Selbstbewusstsein als Songwriterin. Und damit wäre sie dann 2009 aktueller denn je.

Klingt: Nach dem ersten Hören wie frühe The Breeders – nur anders.

[mp3] Julie Doiron / Consolation Prize

The Rifles – the great escape

Wer sind diese The Rifles? Sind das jetzt die neuen The Jam oder Blur? Oder etwa einfach die Symbiose aus beidem? Eine Erfindung ihres Produzenten Ian Broudie? Genau genommen sind sie eine Simulation von etwas, das vorgibt, “neu” zu sein: Eine künstliche Wiederauferstehung des Britpop. Vielleicht sind sie gerade dadurch sie selbst? Aber: Wäre das dann noch wichtig bei einem Hype, der irgendwann beginnen dürfte, sich selbst auf die Schippe zu nehmen?

Klingt: Schnell, laut und vergänglich. Denn nichts ist so alt, wie die Party von gestern.

[mp3] The Rifles / The Great Escape