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Archive for Januar, 2009

Dubble D vs. Animal Collective

Animal Collective

Links: Dubble D »Bug Eyed EP« (2006). Rechts: Animal Collective »Merriweather Post Pavilion« (2009)

Kann schon mal passieren! (ist das jetzt ein banales Plagiat oder läuft das noch unter “wir haben uns da mal inspirieren lassen”?).

Werden MP3-Blogs zur relevanten Plattform für Marketer?

Reaching the right bloggers and online review sites has become central to any music promotional campaign.

[Link] Echonest

Es war ja im Grunde genommen nur eine Frage der Zeit, bis auch MP3-Blogs zur relevanten Plattform für Marketer werden sollten. Doch waren sie das im Grunde nicht schon immer? Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Trennlinie zwischen offensichtlicher Promotion und reiner Passion für die Sache (Musik) fliessend verläuft (ich wäre naiv, würde ich die Intentionen der Plattenfirmen nicht erkennen).

Doch mit diesem Tool dürfte sich einiges verschieben. Auf der einen Seite eröffnet sich damit die Möglichkeit, Aufmerksamkeit für sein Blog zu erlangen (und zu versilbern), Gruppen aktiv zu unterstützen und auf neue Musik aufmerksam zu machen. Auf der anderen Seite wird aus purer Begeisterung für Musik, Kommunikation und Austausch mit Anderen auf einem Musikblog banales Marketing: Systematisch erfasst und für fragwürdige Marketer zugänglich. Und hier lauert die Gefahr, wenn Schreiber auf Musikblogs zu einem target degradiert werden und als ein beliebiges Promotion-Instrument agieren (müssen). Vielleicht werden wir dann diesen (Blog-)Weg verlassen und uns neue Plattformen (z.B. tumblr.com o.ä.) suchen, um wieder zur ursprünglichen Idee von Musik zurückkehren? Zur Begeisterung, die wir mit anderen teilen wollen?

Ich habe von Beginn an für mich entschieden, die Kontrolle zu behalten. Sprich: ich veröffentliche nur, was ich höre und was mir wirklich gefällt. Bemusterungsexemplare sind willkommen, bedeuten aber nicht, dass ich mich in irgendeiner Weise dazu aufgerufen fühle, auch Gutes darüber zu schreiben. Waschzettel der Plattenfirmen werden weitestgehend ignoriert. Werbung wird hier nicht geschaltet.

Fluch oder Segen: Wie ist eure Meinung zu Echonest?

Film: Joy Division Dokumentation [Grant Gee/2007]

Sollte man Ian Curtis – ausser auf Fotos – zum ersten Mal in “Control” gesehen haben, wird man sich bewusst, wie “falsch” alleine nur das Gesicht (natürlich das des Schauspielers) ist, das Anton Corbijn ausgewählt hat.

Anton Corbijn präsentierte uns, bei aller Empathie für das Schicksal seines Protagonisten, einen Ian Curtis, wie wir ihn uns schon immer vorgestellt haben dürften: als einen weiteren, wenn auch ungewöhnlichen, Rockstar. Zwar ist sein Ian Curtis ein introvertierter, sensibler Mensch – doch immer zeigt er ihn auch als Star einer Musikbranche, die diese Stars so bitter nötig hat. Doch Ian Curtis war nicht cool; sein “hate” war nur eine Pose; sein extrovertierter Tanz nicht Teil der Show, sondern nur ein Zeichen – ein Zeichen für etwas, das er gefunden hatte, um seine viel zu intimen Geständnisse auf Platte mithilfe dieser Show auf der Bühne zu kontakarieren, bzw. zu neutralisieren. Oder um sich Luft zu verschaffen?

Und genau das zeigt uns jetzt diese Dokumentation: Tony Wilson, Bernard Sumner, Peter Hook und Stephen Morris (u.a. New Order) decken, unterstützt von echten Dokumentaraufnahmen, auf, was “Control” nicht zeigen konnte. Sie “enthüllen” die Geschichte einer Person, die ihre Gefühle leichtfertig einer à–ffentlichkeit offenbarte; einer à–ffentlichkeit, die diese nur als Teil einer Show betrachteten wollte. Und sie zeigt uns eine Person, die daran offensichtlich zerbrochen ist, und wie sie daran zerbrochen ist. Und sie erzählt von einigen Menschen, die um ihn herum waren und die das nicht erkennen konnten (wie sie auch selbst gestehen).

Die ausgeklügelten Effekte der Musik (und auch darüber erzählt der Film), mögen einen Teil zum Mythos Joy Division beigetragen haben. Doch Ian Curtis war und blieb – sogar bis in den Tod – eine authentische Person im Showbusiness. Das mag für Zyniker kitschig klingen. Doch das war sein Schicksal – und der Grund, warum er uns heute fehlt.

Wet Paint – Save The Whale

Nein, Ihr habt ganz bestimmt noch nichts von diesen Wet Paint gehört (oder?). Doch die Chancen stehen gut, dass sie Euch 2009 irgendwann und irgendwo begegnen werden – wenn, ja wenn Ihr bei dem endlosen Gitarrenfeuer von Dinosaur JR nostalgisch werdet und Euch die Ästhetik Sonic Youth nicht abschreckt. Radiohead hat sie auf jeden Fall schon mal auf dem Radar (Wahrheit oder Gerücht?) und Bloc Party schleppt sie mit auf ihre Tour quer über die Britische Insel (garantiert wahr).

Klingt: Garantiert nicht wie Bob Dylan.

[download] Wet Paint / Save the whale
[myspace] Frisch gestrichen

Aeroplane mischt Sebastien Tellier auf

Geht es Euch auch so? 2008 war ja das Jahr der furiosen Mixwut: Kaum ein Lied in den oberen Hyperegionen, das sich nicht mindestens 3 oder 4 Behandlungen unterziehen musste. Die Ergebnisse waren manchmal unverfroren, ärgerlich, belanglos oder schlichtweg gelungen. Wie diese Aeroplane, die sich dem nicht minder umtriebigen Sà©bastien Tellier vorknüpfen.

Klingt: Laut, abgedreht, schnell und wie 1984-Italo-Bastard-Disco – wie der Name schon sagt.

[Stream] Sà©bastian Tellier / Kilometer Aeroplane ‘Italo 84′ Remix