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Archive for Juli, 2010

Parlovr – Pen to the paper

Meine erste Begegnung mit Parlovr war an einem dieser heissen Sommernachmittage 2010. Dieser Krach, diese Melodien, dieses simple, dennoch treibende Schlagzeug – mehr Montrà©al vermischt sich in keiner Band! Als jemand, der ich schon reichlich über Musik geschrieben hatte, machte es den Eindruck auf mich, als wäre ich einer Sensation begegnet. Doch wie beeindruckt auch immer, ich begann ich es langsam leid zu sein, wieder und wieder das Offensichtliche zu erklären. Aber gottverdammt, ich war bereit, es noch einmal zu sagen: sollte 2010 nicht noch etwas Bedeutenderes kommen, dann haben diese Parlovr das Zeug dazu, etwas wirklich Grosses zu markieren.

Klick hier: Parlovr – Pen to the paper

Perfume Genius – Mr. Peterson – Learning

Ist Mike Hadreas ein Genie? Oder ein Scharlatan? In Momenten, in denen ich – beinahe schon in Andacht – höre, wie er beiläufig Sätze wie: “he made me a tape of Joy Division / he told me there was part of him missing / when I was 16 / he jumped off a building” singt, bin ich mir da nie ganz sicher. Vorsicht sollte man auf jeden Fall walten lassen, bevor man zu tief in die Texte eintaucht, die wohl nur jemand schreiben kann, der beklemmemde Einsamkeit gespürt haben muss. Und dazu dem Klavier Töne entlockt, die einem jedes gesungene Wort noch stärker spüren lassen.

Doch ein wenig eintauchen solltet ihr schon, denn wenn ihr nicht aufpasst, dürfte euch eines der Debütalben dieses Jahres entgehen. Nein, auf den Jahresendlisten von Stereogum oder Pitchfork werdet ihr ihn bestimmt nicht unter den oberen 5 finden. Der wer gibt schon zu, dass er Jahresendlisten liest?

Klingt wie: “Oh, nein – Pianoballaden!” war mein erster Gedanke, als ich auf Learning stiess. Lasst euch da aber mal nicht von täuschen…

[mp3] Perfume Genius / Mr. Peterson

Jaill – That's how we burn – Stream

Hier könnte es sein: ein Album des Jahres! Nachdem ich euch, vor nicht allzu langer Zeit, quasi aufgefordert hatte, doch bitte mehr quirligen Psych-Rock von diesen Jaill – That’s How We Burn zu hören, habt ihr jetzt die Möglichkeit, das komplette Album im Stream bei Soundcloud zu hören.

So, Ausreden zählen jetzt nicht mehr.

Sleigh Bells – Treats – Crown on the ground

Sleigh Bells Band

Das Attribut “meist überschätzter Hype des Jahres” wiegt für Sleigh Bells schwer und jede Band hat an diesem Urteil erstmal hart zu knapsen. Doch wenn man einen unaufhaltsamen Knaller wie “Crown on the ground” hat, kann man dies getrost ignorieren.

Wie Wavves und andere Konsorten schreiben sie zartschmelzende Popmusik, die sie – kompromissloser noch als andere Bands – unter rabiatem feedback vergraben. Und dann klingt es, als hätten deine Boxen den Geist aufgegeben. Also doch nur ein Hype? Im Grunde egal. Wenn Sleigh Bells die Definition von Hype sind, dann lasse ich mir das gefallen.

Sleigh Bells / Crown On The Ground
Mehr Sleigh Bells bei The Hype Machine

Sky Larkin – Kaleide – komplett im Stream

Sprach ich bei Wavves noch von neuen Wegen, die er gehen wollte, beweisen Sky Larkin auf ihrem neuen Album Kaleide, dass man nichts, aber auch gar nichts verändern wollte: Auf Kaleide herrscht der gleiche, ruppige und treibende Ton wie auf dem Erstling – zu eurer und meiner Freude.