by itstoolong on Oktober 4, 2007
by itstoolong on Oktober 4, 2007
by itstoolong on Oktober 1, 2007
Ob Beirut, The Shins oder Iron and Wine – die Frage, ob der “leak” eines Albums im Internet erscheint, stellt sich eigentlich nicht mehr. Nur noch das “wann” und “wie” (um hier mit der beeindruckenden Rhetorik eines deutschen Innenministers zu sprechen). Das Online-Magazin (lesenswert!) Spin.com hatte sich dieser Thematik ja bereits im Juli mit einem fundierten Bericht angenommen.
Leaks können zum Desaster werden oder einem Album ganz neue PR einhauchen. Was wäre also eine Lösung? Mit “In Rainbows” möchten die selbsternannten Querköppe um Thom Yorke jetzt neue Wege beschreiten, die vielleicht aus dem Jammertal der sinkenden Verkaufszahlen führen könnten: Radiohead stellt (gegenüber anderen Optionen) in einigen Tagen die Onlineversion ins Netz, und Du und ich können entscheiden, was uns dieses Werk dann “wert” ist. 50 cent? Vielleicht 100 Euro?
Nur haben in diesem speziellen Fall Radiohead keine Plattenfirma im Rücken – die einzige Frage, die stehen bleibt, ist, ob ihr altes Label EMI (oder beispielhaft jedes andere Label) das wohl mitgetragen hätte oder lieber auf business as usual gesetzt hätte? Aber Aporetik war und wird wohl auch nie zur Disziplin der Plattenbranche werden.
Ist dieses “pay what you want” für den Konsumenten also die Rückeroberung seiner Freiheit, und wird er es danken? Oder wird er als Fan bei den (in meinen Augen) überteuerten “Deluxe-Versionen” klicken, die letzendlich den Download subventionieren dürften. Ich sollte mal versuchen, mir das für lau zu laden und dann als Download hier einzustellen - mal sehen, wie die Reaktionen dann ausfallen dürften.
Tags: Radiohead, Thom Yorke, in rainbows
by itstoolong on September 30, 2007

Manche Momente des Tages scheinen wie geschaffen, dass sie von jemanden wie Tim Williams begleitet werden. Da höre ich mich den Tag über durch dutzende Lieder, greife eines auf, lösche es und wie plötzlich erscheinen verspielte Melodien auf dem Keyboard, erklingen ein paar Tupfer Glockenspiel und die raue Stimme dieses Brooklyners setzt an, überschlägt sich, bricht schließlich, wenn er über Liebe singt.
Nun ist die Liebe als Thema manchmal wie ein vermintes Feld – abgegriffene Floskeln, verletzliche Geständnisse, ja sogar der pure Kitsch bedrohen jede Zeile. Und damit ein Lied zu sprengen. Doch diese Gefahr umschifft Tim auf traumwandlerische Weise mit scharfen, narrativen Bildern in seinen Texten. Die schwachen Momente auf “When work is done” - wenn es sie denn geben sollte - sind, wenn mich die Lieder nicht mehr ansprechen. Wenn Tim seine Geständnisse quälend langsam darbietet, dazu Wörter nur noch so dahinhaucht und die Streicher niedlich aufspielen. Doch dann zerreisst urplötzlich ein monotoner Krach für Sekunden den ganzen aufkommenden Schmalz. Und es kommt eine Zeile wie “I wrote all the right things for you, but they were not convincing.” So etwas ist gar nicht so weit entfernt von der Wahrheit. Ich glaube, ich gehe gleich noch einmal kurz vor die Tür.
mp3: Novel / Tim Williams
Tags: Tim Williams, when work is done