by itstoolong on Januar 10, 2008
‘Best undiscovered track’ würde man so etwas wohl nennen. Ich kann aber nicht sagen, ob Cheap Beat noch wirklich eine unentdeckte Entdeckung 2008 sind. Nur dieses: Das was jetzt folgt, ist so etwas wie eine dringliche Empfehlung von mir.
Als ich schon gedacht hatte, dass die schwedische Popmaschine langsam aber sicher anfängt, mir auf die Nerven zu gehen, oder – im besten Fall – einfach eintönig zu werden, kommen Cheap Beat daher und wischen den ganzen musikalischen Köttbullar vom Tisch.
Ihr Rezept gegen Hausmannskost? Energetischer Pop, mit rotzigen Zwischentönen und ein ungetrübter Blick für das, was ihre skandinavischen Kollegen unbeachtet lassen. Na, bitte: Die Schweden können es doch noch!
Download: Cheap Beat / Club Cheap Beat
by itstoolong on Januar 10, 2008

Auf die Suche nach Xiu Xiu begibt sich Jamie Stewart und so klingt auch “Woman as lovers”. Nur was ist es, wo nach er sucht?
Ich stelle es gleich vorweg: Ich mag Xiu Xiu – oder vielmehr: Es gab eine Zeit, da mochte ich Xiu Xiu. Was ist also geschehen mit ihm (oder sollte ich besser sagen: Mit mir). Er kann mich einfach nicht mehr überraschen! Die Luft ist raus, der Motor stottert. Man merkt ihm an, dass er kalt und berechnend geworden ist. Alles, was zuvor noch als unerhört und kompromisslos glänzen konnte, wird jetzt zu angestrengt auf “schräg gebürstet”. Und verkommt dadurch zur blossen Pose.
Denn 2008 versucht Jamie voreilig zu “gefallen”. Doch er ist auch schlau genug, seinen Anhängern genau das zu geben, was sie (scheinbar) von ihm erwarten: So bemüht er sich unentwegt, Harmonie oder Harmonien gar nicht erst aufkommen zu lassen. Immer um grösstmögliche Unberechenbarkeit bedacht, wird er leicht zu einem Synonym für intellektuelle Querköpfigkeit, die sich einfach nur noch ins Lächerliche hinein steigert.
Der Intellekt ist für mich (ganz subjektiv) der Tod einer jeden lebendigen Musik. Uns Hörern bleibt dies auf “Woman as lovers” nicht erspart.
Xiu Xiu: Album-Stream komplett
ps. “Under Pressure” (David Bowie und Freddie Mercury) wird gleich mitgecovert. Und das ist ihm wirklich gelungen.
by itstoolong on Januar 8, 2008
by itstoolong on Januar 7, 2008

Photo by: www.nostalgiacentral.com
Teil 3 bringt uns von Manchester nach Liverpool; also nicht viel weiter als gestern – zumindest geographisch.
Liverpool war nicht nur die Heimat von Mel C. und The Beatles, sondern auch von Echo and the Bunnymen, die uns 4 Veröffentlichungen voller Eigensinn, entfesselter Energie und zum Schluss lakonischer Grösse hinterliessen. Doch das konnte nicht existieren – geschweige denn überhaupt entstehen – ohne den Einfluss, die die Über-Vorbilder The Beatles (bewusst oder unbewusst) ausübten.
Es lag also nahe, dass sie die Heroen ihrer Kindheit einfach covern mussten.
Die ersten Klänge von ‘All you need is Love’ lassen uns noch im Glauben, dass mindestens Ravi Shankar (oder wie heisst dieser Strolch noch?) seine Finger mit im Spiel haben dürfte. Doch spätestens bei den ‘Fanfaren’, die die Marseillaise anstimmen, erkennen wir, dass alles was wir brauchen, Liebe ist. Das Ganze mündet dann eher unfreiwillig in einem Finale, in dem alle mehr oder weniger perfekt durcheinander singen.
Nicht immer reicht die Kopie (Coverversion) an das Original heran. Hier erleben wir, wie dem Original einfach ein ‘zweites Original’ nebengestellt werden kann. Und das ist Kunst.
MP3: Echo and the Bunnymen / All you need is love (The Beatles)