Wer New Order covert, der beweist entweder Mut oder Wahnsinn, denn es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu geben, dass man manche Band einfach nicht covern sollte. Doch The Submarines (die sich nach Trennung und Reunion jetzt allgemein zahmer geben) wagen das Unmögliche und es gelingt, “Your silent face” in ein ganz neues Licht zu rücken – wärmer, gefälliger und, ja, auch tanzbarer.
So, The xx sind dann also wieder zurück, das heisst bald. Denn für den Moment haben wir nur ein Demo, auf dem Romy so Dinge wie “I lost faith / I found love” singt. Nichts Neues also?
Ja ja, Jahresendlisten und dazu diese Weihnachtskalender! Carsten von Dailypop hat bis heute durchgehalten und macht weiterhin jeden Tag ein Türchen weit mit Downloads und Videos auf. Auch beim Internetradio byte.fm findet man jeden Tag etwas Weihnachtliches. Und wer – so wie ich – bei den Jahrescharts langsam die Übersicht verliert, der bekommt bei auftouren.de einen handlichen Überblick über die besten, längsten und wichtigsten Listen 2011.
Jahresendlisten 2011, Leserpolls und Bestsellerlisten wo man auch hinguckt. Kommt ihr noch klar? Ich fühle mich überreizt, erschlagen und verliere langsam aber sicher den Überblick. Doch auf dem kleinen und feinen Indiepop-Blog von Take the Pills gibt es heute so einen Rückblick, der das Zeug hat, bei mir in den nächsten Tagen in Dauerrotation zu gehen: 41 Lieder und Bands – handlich verpackt in Pillenform und nur für dich als Download!
Hier die Tracklist:
01. Beach Fossils – Fall Right In
02. Babe Florida – Gigante Vermelha
03. Gold-Bears – East Station Attendant
04. Lê Almeida – Transporpirações
05. Wavves – Bug
06. Kids On A Crime Spree – I Don’t Want To Call You Baby, Baby
07. Fanzine – Low
08. Comet Gain – The Weekend Dreams
09. Cretina – Doçura
10. Yuck – Sunday
11. Crystal Stilts – Silver Sun
12. Beach Fossils – Plastic Flowers
13. Real Estate – Green Aisles
14. Smith Westerns – Imagine, Pt. 3
15. Ringo DeathStarr – So High
16. The Pains Of Being Pure At Heart – Heart In Your Heartbreak
17. Big Troubles – Sad Girls
18. Veronica Falls – Bad Feeling
19. Vetiver – Wonder Why
20. Woods – Hand It Out
21. Stephen Malkmus And The Jicks – Tigers
22. Spectrals – Get A Grip
23. Brown Recluse – Statue Garden
24. Iron & Wine – Tree By The River
25. Dream Diary – Bird in My Garden
26. The Bats – Free All The Monsters
27. J Mascis – Not Enough
28. David Kilgour & the Heavy Eights – Steel Arrow
29. Times New Viking – California Roll
30. Cat’s Eyes – Not A Friend
31. The Horrors – Still Life
32. Girls – Vomit
33. Ty Segall – Goodbye Bread
34. Devon Williams – Slight Pain
35. Seapony – Dreaming
36. Dum Dum Girls – Bedroom Eyes
37. Black Lips – New Direction
38. Male Bonding – Tame the Sun
39. Top Surprise – I Shoot The Devil
40. Minks – Juniper
41. Wallace Costa – Mary
Moment mal – Hip-Hop und intelligent? Ist Hip-Hop nicht eher Synonym für stumpfe Texte, stumpfe Rhythmen, stumpfe Rollenklischees und deshalb ein Widerspruch in sich? Ich lasse für Clams Casino – wie vor ein paar Tagen auch mit Ghostpoet – und diesem hymnischen I’m God mal alle Vorurteile fallen. Noch dazu buzzt der Junge aus New Jersey so dermassen 2011 (mit seiner Arbeit für XXL Freshman, Lil B und dem LiveLoveA$AP Mixtape, auf dem Clams mit fünf Liedern vertreten ist), dass selbst Adele soll schon vorsichtig angefragt haben soll, sagt man. Und was sage ich? Jackpot Baby!
Werden Fanzine jetzt etwa gefühlvoll? Könnte man denken, denn anders als auf “Roman Holiday” und “Susan”, beides doch mehr britischer Kraftpop, als herzzerreissende Ballade, kommen die Engländer jetzt auf “Tough” mit sehr sentimentalen Gitarren und schwülstigen Melodien daher. Das wunderbare Video dazu kommt übrigens von Jacob Perlmutter. Den muss man aber nicht kennen.
Wie ich höre arbeiten Fanzine grade wie verrückt an ihrem Debütalbum. Ich erwarte da so einiges von einer meiner liebsten Gitarrenbands aus dem Königreich.
Ach, Dream-Pop muss sich natürlich immer mit den Cocteau Twins messen lassen. Und so liegt die schwedische Messlatte schon ziemlich hoch. Doch Korallreven (hier mit der Gaststimme von Victoria Bergsman) meistern das in klarer, reiner Schönheit.
Der Name Ghostpoet geistert ja schon seit 2010 mit seinem (ja, ich nenne es jetzt mal so) post-Hip Hop auf EPs und Remixes durch unsere Sphären. Überhaupt schien 2010 das Jahr gewesen zu sein, in dem Hip Hop gründlich entkernt wurde, sich offener zeigte und endlich fremde Einflüsse aufnahm: Grenzen wurden bewusst übertreten, der Sound wurde schräger – was Puristen natürlich gar nicht gefallen haben dürfte. So verwundert es auch nicht, dass sein “Peanut Butter Blues & Melancholy Jam” nicht mehr als eine freundliche Erwähnung, ein gutes Wort hier und freundliches Schulterklopfen dort erntete.
Spätestens nach der Tour 2011 und dem Auftritt auf dem on3-Festival, wo sich Ghostpoet einem grösseren Publikum in Deutschland zeigte, hätte ich ihn mir nun in vielen Jahresendlisten gewünscht. Aber da habe ich mich wohl gründlich geirrt. Bleibt mir also, darauf zu warten, was 2012 so bringt.
Traumkombination: Anna Calvi vereinigt mehr Talent als Lana del Rey Blue Jeans jemals kopieren könnte und ich liebe die New Yorker TV on the Radio für alles, was sie vor “Dear Science” gemacht haben.
Rau, karg und gleichzeitig satt und vollmundig. Das Londoner Duo Big Deal (Alice Costelloe und Kacey Underwood) haucht seine bitter-süssen Popsongs, die nur von einer elektrischen- und Akustikgitarre begleitet werden, scheinbar schüchtern und verschwiegen dahin. Doch dies hier ist Pop, der zwar in einer intimen Athmosphäre entstanden ist, der aber nur darauf wartet, dass er ausbricht; dass jemand die Tür weit aufstösst und sie nach draussen trägt. Stellt euch die Musik von Billy Bragg vor, von schönen Menschen gespielt.