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Posts tagged ‘Musikindustrie’

Warum mag Warner Music das kleine TV Girl nicht?

Warner Music verfügt, dass

Music scene is crazy… TV Girl mögen irrelevant sein, da sie nicht viele kennen. Geschenkt. Im Oktober 2010 haben sie eine EP kostenlos veröffentlicht auf der auch “If you want it” erschien. Kostenlos. Und jetzt kommt ein Grosser daher und verfügt, dass wegen eines Samples eines Künstlers, der bei Warner Music unter Vertrag steht, genau dieses “If you want it” komplett aus dem Netz zu “entfernen” sei (sofern das überhaupt möglich ist). Alle Blogs in den Staaten, die dieses Lied gepostet hatten, wurden bereits angeschrieben und auch auf YouTube musste das Video bereits entfernt werden.

Bereits im letzten Jahr hatten TV Girl versucht, den “Copyrightinhabern” des Samples einen Anteil zu zahlen, damit sie (die Band) auf der sicheren Seite sind. Deren Angebot: $5,000 für ein Sample, das für ein Lied benutzt wird, das kostenlos im Netz steht. Mir fehlt das rechtliche Wissen darüber, ob das Sample nun unter “fair use” benutzt werden könnte. Geschenkt. Nur finde ich den Schritt, derart auf eine unabhängige Band einzuknüppeln, mehr als bedenklich. Der nicht-kommerzielle Erfolg des Liedes innerhalb der Blogosphäre bedeutet eben auch, dass man erst so überhaupt auf TV Girl aufmerksam wurde. Aber vielleicht ist das genau dem Major ein Dorn im Auge?

TV Girl bei Bandcamp: Bitte mal anhören! Lohnt.

Hier das Statement der Band (auf englisch im Text):
Hello (It’s Me). This is Trung and Brad from TV Girl. Today we were unpleasantly surprised to find that the Warner Music Group started making good on their promise to remove our music from the web. Several blogs reached out to us after receiving takedown notices regarding our music. We noticed that you posted our music, so we thought we would reach out to give you a heads up and give our two cents.

Just to clarify, TV Girl had nothing to do with the takedown notice. We have no affiliation with Warner Music Group or any other songwriting association or record label. The copyright claim is on behalf of Todd Rundgren for the use of a sample from his song “Hello, It’s Me”.

Even though it’s a bummer that our particular song is being silenced in this way, we feel that this is representative of a larger issue that will only get worse as blogs continue to gain influence over an increasingly desperate music industry.

When the song started getting really popular late last year, we reached out to the copyright holders to get the sample cleared so that we could avoid this mess. Their responses were completely unreasonable. To give you an idea, one company demanded 100% of all proceeds from any money made, in addition to us paying a $5,000 clearance fee. Basically they were saying: “Fuck you, we have all the power, either pay us or take the song down.” Because we weren’t making any money off the song anyways, and because it had already spread around the net thanks to blogs, we declined their offer.

The fact is, because of the amazing independent promotional capacities of music blogs and sites like Bandcamp, it’s increasingly unnecessary for bands like us to align ourselves with major labels or music companies like WMG. Our use of the sample easily falls under the protection of “fair use”. WMG’s actions are a rather blatant attempt to bully independent artists and blogs into playing by their rules. It’s easy to see tactics like this becoming more common as the industry continues to shift.

Obviously, we wouldn’t recommend keeping the song up if there’s any chance of your site being affected. We just thought that you and your readers might want to know about this issue as it directly affects every band, blog, and music fan operating outside the mainstream music machine.

Thank for listening, and feel free to post about or reprint this e-mail. We are truly grateful to all the blogs and fans that have supported us.

-Trung and Brad
TV Girl

Smokers outside the hospital door

Schoolgirl

Wortwörtlich zitiert von Demonbaby.com

“For the major labels, it’s over. It’s fucking over. You’re going to burn to the fucking ground, and we’re all going to dance around the fire. And it’s your own fault. Surely, somewhere deep inside, you had to know this day was coming, right? Your very industry is founded on an unfair business model of owning art you didn’t create in exchange for the services you provide. It’s rigged so that you win every time – even if the artist does well, you do ten times better. It was able to exist because you controlled the distribution, but now that’s back in the hands of the people, and you let the ball drop when you could have evolved. None of this is to say that there’s no way for artists to make money anymore, or even that it’s the end of record labels. It’s just the end of record labels as we know them.”

Musik fällt in diesem Jahr überraschend aus

Die Popkomm ist tot. Und wir haben sie getötet – ihr und ich.

“Viele Unternehmen können es sich wegen des Diebstahls im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen”, sagte der Messegründer und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie, Dieter Gorny.

“Wohin ist Gott? rief er, ich will es euch sagen! Wir haben ihn getötet, – ihr und ich! Wir alle sind seine Mörder! Aber wie haben wir dies gemacht? Wie vermochten wir das Meer auszutrinken? Wer gab uns den Schwamm, um den ganzen Horizont wegzuwischen? Was taten wir, als wir diese Erde von ihrer Sonne losketteten? Wohin bewegt sie sich nun? Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht wie durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an? Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht? [...] Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?”
(aus: Nietzsche: Fröhliche Wissenschaft)

Bestimmt damit, dass sie nächstes Jahr auferstehen wird. So laufen Legenden doch immer ab.

Werden MP3-Blogs zur relevanten Plattform für Marketer?

Reaching the right bloggers and online review sites has become central to any music promotional campaign.

[Link] Echonest

Es war ja im Grunde genommen nur eine Frage der Zeit, bis auch MP3-Blogs zur relevanten Plattform für Marketer werden sollten. Doch waren sie das im Grunde nicht schon immer? Natürlich bin ich mir bewusst, dass die Trennlinie zwischen offensichtlicher Promotion und reiner Passion für die Sache (Musik) fliessend verläuft (ich wäre naiv, würde ich die Intentionen der Plattenfirmen nicht erkennen).

Doch mit diesem Tool dürfte sich einiges verschieben. Auf der einen Seite eröffnet sich damit die Möglichkeit, Aufmerksamkeit für sein Blog zu erlangen (und zu versilbern), Gruppen aktiv zu unterstützen und auf neue Musik aufmerksam zu machen. Auf der anderen Seite wird aus purer Begeisterung für Musik, Kommunikation und Austausch mit Anderen auf einem Musikblog banales Marketing: Systematisch erfasst und für fragwürdige Marketer zugänglich. Und hier lauert die Gefahr, wenn Schreiber auf Musikblogs zu einem target degradiert werden und als ein beliebiges Promotion-Instrument agieren (müssen). Vielleicht werden wir dann diesen (Blog-)Weg verlassen und uns neue Plattformen (z.B. tumblr.com o.ä.) suchen, um wieder zur ursprünglichen Idee von Musik zurückkehren? Zur Begeisterung, die wir mit anderen teilen wollen?

Ich habe von Beginn an für mich entschieden, die Kontrolle zu behalten. Sprich: ich veröffentliche nur, was ich höre und was mir wirklich gefällt. Bemusterungsexemplare sind willkommen, bedeuten aber nicht, dass ich mich in irgendeiner Weise dazu aufgerufen fühle, auch Gutes darüber zu schreiben. Waschzettel der Plattenfirmen werden weitestgehend ignoriert. Werbung wird hier nicht geschaltet.

Fluch oder Segen: Wie ist eure Meinung zu Echonest?

Spotify – die Rettung der Musikindustrie?

“An alternative to music piracy” (sic) titelt Torrentfreak ein wenig reisserisch, doch das, was ich bisher hören und sehen durfte, lässt mich erahnen, das sich hier bereits in der Betaphase etwas Grosses ankündigt: Die Musikauswahl ist schlichtweg enorm, die gewählten Titel laden schnell (via Server und p2p) und sind in einer annehmbaren Qualität (160kbps). Natürlich dominiert Mainstream der Majors (EMI, Warner Music, Sony BMG), doch man findet u.a. auch die Top 100 Tracks 2008 à  la Pitchfork (für die Unverbesserlichen).

Die Frage bleibt natürlich, wie sich Spotify finanzert? Für den kostenlosen Zugang über Werbung, bzw. einem bezahlten Zugang ohne Werbung. Bisher.

[Direkt zu Spotify] Instant, simple and free.

Obwohl man aus Deutschland Zugriff hat, kann man sich aus Deutschland nicht anmelden. Doch es gibt eine Möglichkeit, sich hier selbst via Proxy einzuladen. [UPDATE]: Proxy ist down. Hinterlasst einen Kommentar mit richtiger E-Mailadresse und ich nehme Euch auf bei Spotify (ohne Email kann Spotify keine Einladung verschicken).