Von am 18. Oktober 2011 in Electronic, indie blog

Interview: Pyrolator – Neuland

24 Jahre Abstinenz sind eine verdammt lange Zeit für ein Comeback. Pyrolator, das ist Kurt Dahlke, der einst bei den Gruppen Fehlfarben, Burkina Electric u.a. spielte. Und eben Solo als Pyrolator, der Spezial-Controller, bei denen die Steuerung der Musik durch die Bewegung oder den Druck der Hände erfolgt, erfindet, konstruiert und bedient – wie man hier auf Vostok hören kann:


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Noch mehr erzählt uns Pyrolator im Interview:

Wieso hast du dir 24 Jahre lang Zeit gelassen für ein neues Album?
Ich trete ja schon lange solo auf, aber die Stücke, die ich spiele, eignen sich nur bedingt für das Medium Schallplatte oder CD. Entweder sind sie mit Mehrkanalton oder zu stark vom Visuellen geprägt. Allerdings gab es da auch immer eine heimliche Liebe zu mehr cluborientierter Musik. Ich habe seit Mitte der 90er Jahre immer wieder als Produzent oder Remixer entsprechend gearbeitet, zum Beispiel für Antonelli Electr., Repeat Orchestra, Kreidler oder Rocket In Dub. Und weil mir das immer viel Spass gemacht hat, habe ich dann auch angefangen, eigene entsprechende Stücke live aufzuführen. Und die sind immer super angekommen, deshalb dachte ich mir: Warum nicht auch ein Produkt veröffentlichen?

Ist der Titel „Neuland“ programmatisch zu sehen? Probierst du Neues aus?
In erster Linie ist es die Fortführung der „Land“-Serie meiner Soloalben („Inland“, „Ausland“, „Wunderland“, „Traumland“). „Neuland“ als Titel des fünften Soloalbums war schon immer geplant.

Wie genau ist das Album entstanden?
Im Prinzip so wie alle Pyrolator-Alben. Der Anteil der Musik, die ich tatsächlich auf dem Keyboard einspiele, ist sehr gering. Bei „Ausland“ habe ich erstmals die „Brontologik“ eingesetzt, eine Art flexiblen Sequenzer. Damals war das noch Hardware. Jetzt ist es eine Software, die ich über die Jahre immer weiterentwickelt habe. Mein Eingabegerät ist zurzeit das „Monome“. Ich programmiere in eine Art von Matrix die Rhythmen, Akkorde und Melodien. Ich mag die Arbeitsweise, mir Loops zu programmieren, die ich immer weiter verfeinere und so Teil für Teil zusammenstelle. Die Musik, die durch eine Programmierung – man könnte auch Komposition sagen – entsteht, ist einfach ganz anders, als sässe ich am Keyboard.

Wie sieht denn dann deine Live-Performance aus?
Mit ist es wichtig, flexibel in die Musik eingreifen können, weshalb ich mit zwei speziellen Controllern arbeite. Einerseits mit dem „Lightning II“, der es mir ermöglicht, mit zwei Stäben Bewegungen in der Luft in Musik bezie­hungsweise die Steuerung der verschiedenen Parameter übersetzen kann. Damit kann ich alles im Computer steuern, was ich so brauche – Tonhöhe, Filter, Länge der Teile etc. Der andere Controller ist der „Manta“, der sehr sensibel auf Berührungen reagiert und mit dem man sehr feinfühlig Melodien spielen oder andere Steuerungen vornehmen kann.

(Interview via)

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