Von am 26. Januar 2008 in Allgemein

Castanets – die widerlichen Seiten Amerikas?

Castanets

Alles knarzt im uralten Gebälk – die Stimme, die Instrumente. Ray kratzt, beisst, faucht und schmeichelt; dazu jaulen und fiepen Gitarren durch die 10 Lieder auf dem neuen Album „In the vines“.

Ray Raposa macht keine Folkmusik. Nein, so richtig tanzen kann man wohl auch nicht dazu. Eher vertickt er verflucht harten Stoff, wenn er erzählt, warum Amerika auch nicht mehr das ist, was es mal war. Und wie es sich anfühlt, wenn er (als Opfer eines Überfalls) nach physischer Gewalt totale Entwurzelung erlebt. Und da er irgendwie versuchen muss, sich mit Realitäten zu versöhnen, kann er nicht anders, als sich hinter der Band Castanets zu verstecken und einfach munter weiter zu singen; so beklemmend authentisch, dass es selbst Sufjan Stevens das Wasser in die Augen trieb – und Raposa Zuflucht fand auf Sufjan’s Label „Asthmatic Kitty“.

Wer sich einmal einen belanglosen Tag so richtig erhöhen möchte, der greift zu Branntwein oder eben zu diesen Castanets. Beides zusammen ist auch OK.

MP3: Castanets / Sway

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