Von am 16. Februar 2008 in mp3 des tages

Warum Netlabels die Sieger sein können

Man redet mal wieder von einer Krise der Musik. Der Diskurs, der vor einem Jahrzehnt mit ‚Napster‘ hätte beginnen müssen, wurde auf heute vertagt. Oder morgen? Und wir als ‚Konsumenten‘ konnten erleben, wie eine waidwund geschossene Industrie alle Register zog: Pathetisches Klagen, Polemik, später dann blanker Hass – und wie sie eine bestechende Lösung für alle ihre Probleme fand: DRM. Man hatte also Angst vor uns, man misstraute uns: Doch was macht wohl ein Konsument, der sich von einem Dienstleister auf diese Art und Weise gegängelt und entmündigt fühlt? Er muckt auf; er revoltiert. Oder warum, glaubte man, stieg das ‚illegale‘ Downloaden plötzlich noch stärker an? Ich behaupte keck, dass 1/3 der ‚illegalen Downloads‘ erst durch diese Bevormundung entstanden.

Und das sich so diese Lösung sich zu einem neuen Problem entwickeln würde, dieses Licht ging einigen Herren nun erst vor einigen Wochen auf. Also ruderte man zurück und will jetzt wieder „gut“ zu uns sein. „Schau, wir nehmen jetzt dieses – natürlich in deinem Sinne erfundene – DRM zurück. Und dann haben wir euch wieder lieb.“ Ich aber nicht.

Viele Netlabels tun das alles nicht, sie veröffentlichen Musik. Umsonst und legal – und so sollte es auch bleiben.

Dieser Morgen beginnt mit einer Verzögerung. Trau keinem Song über 90bpm!

MP3: Elektrokill / Awug blem rei

MP3: Higher Sense / Xpoezure Time

[tags]Elektrokill, Higher Sense, Netlabel[/tags]

Kommentare dazu:

Bei dieser ganzen Diskussion vermisse ich leider immer die Frage nach den Unmengen kleiner Independent-Label und -Vertriebe und deren Künstlern. Die leiden unter der Krise der „Industrie“ genauso, sind oft existenziell betroffen und deren Künstler werden sich anderen Tätigkeiten zuwenden, wenn sie von ihrer Musik nicht mehr (anteilig) Leben können (bzw. haben das schon getan). Wer für Musik nichts bezahlen will, bekommt letztlich die Musik, die er verdient.

Dies ist ein sehr wichtiger Aspekt, den Du da anführst. Leider ist so ein Kommentarfeld zu klein, um darauf ausführlicher einzugehen.

Obwohl es gerade die Indies waren und sind, die sich konsequent gegen DRM ausgesprochen hatten und auf Downloads gesetzt hatten, leiden sie mit – das steht ausser Frage. Ich denke aber auch, dass einige Indies auch noch gute Umsätze machen (wenn auch jetzt verstärkt mit Tourneen, Merchandising) in diesen Tagen.

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