Von am 9. August 2007 in Allgemein

Die Angst des Bloggers vor dem content

Bei meinem morgendlichen Blick auf „50 der beliebtesten Blogeinträge der letzten 24 Stunden“ bei Blogscout (die können ja nichts dafür) drängt sich mir die Frage auf, wo denn eigentlich der Dreck wirklich seine Heimat gefunden hat: Bei „Gülcans Hochzeit“ im Privatfernsehen oder in manchen Blogs, die sich in Diskussionen über virale Filmchen oder in Kommentaren über die gemeinen Abmahnungen von Ex-Boxern erhitzen, die einfach nicht mehr so genannt werden wollen, wie jeder sie nennt?

So wird aus Nichts schnell content. Oder besser: Nichts ist content. Und manche Bloggflöten kopieren brav dieses Nichts. Je mehr Nichts kopiert wird, desto höher wird die Quote („Mache mich zum Favoriten bei Technorati, dann mache ich Dich zum Favoriten bei Technorati“). Allein gelassen bleibt der Leser. Oder besser, der Leser, der etwas lesen will. Aber dann müssten manche ernsthaft etwas erzählen.

Also kein Unterschied zu „Gülcans Hochzeit“? Doch. Die dort verdienen wenigstens noch ein paar Euro, in dem sie ihren Dreck zwischen zwei Werbeinseln einklemmen. Etwas, wovon manche Blogger eben nur träumen.

Kommentare dazu:

Was soll man anderes erwarten? So wie Deppen-TV (= Privatfernsehen mit unsäglichem Werbemüll) die Massen anzieht und begeistert, so werden die kettenspielenden Deppen-Blogs die Massen füttern.

Jammern hilft nicht und ich bin – ganz ehrlich – froh, dass man mit einem gewissen Aufwand an eigenständigem Inhalt im Riesennetz eben trotzdem eine spezielle, sympatische Leserschaft findet. Klein aber fein 😉

Grüsse

Frank

> eine spezielle, sympatische Leserschaft
stimmt. hier bin ich 🙂

die bloggerszene aka klein-bloggersdorf aka a-blogger der ganzen ixe, niggemeiers und alphonsos nervt mit ihrer selbstreferenz eh nur noch.

dann lieber kleine perlen wie hier, wo man noch was neues entdecken kann. danke.

ecco

Eigentor…! Würde ich mal so sagen – hast wohl bei mir vor ein paar Tagen abgeschrieben 😉

murmeltiertag.net/?p=605

Hätte gerne von Dir abgeschrieben – wenn ich Dein Blog vorher nur gekannt hätte. itstoolong

Traurig aber wahr, die blogosphäre, was ich an sich schon ein furchtbares Wort finde, entwickelt sich immer mehr zu einer nonverbalen Rennstrecke der perfiditäten… Verstanden? Ne, ich auch nicht. Was ich damit sagen will, früher war schöner 🙂

Ein Thema, dass mich auch immer wieder mal gedanklich beschäftigt. Woran liegt es, dass man in der deutschsprachigen „Blogosphäre“ vor wirklichem Content eher „zurückschreckt“? Ist es, weil man sich für echten Content mehr Zeit nehmen müsste um sich damit auseinanderzusetzen? Ist es, weil Blogs sich eher für den schnellen kurzen Eintrag eignen? Bei der Masse an Blogs, die viele auf ihren Blogrolls haben und den Einträgen darin, die gelesen sein wollen, bleibt am Ende nicht viel Zeit, um sich mit Content lange auseinanderzusetzen. Hinzu kommt vielleicht auch noch, dass jeder Blogger natürlich gern gelesen werden möchte und dann schnell merkt, dass die Blogs, die wirklichen Content bringen eher am Rande dümpeln oder gleich ganz in der Masse untergehen, während die, die den „schnellen (nichts-) Content bringen, den grossen Zulauf haben. Das motiviert also nicht gerade sich echtem Content zuzuwenden. Und natürlich kostet es auch wesentlich mehr Zeit und „Arbeit“ wirklichen Content zu liefern und die fehlt vielleicht den meisten auch? Ich habe nicht wirklich eine befriedigende Antwort auf die Fragen gefunden. Trotzdem wäre etwas mehr Content in der deutschsprachigen Blogosphäre eine schöne Sache.

Auch ich neige in meinen Beiträgen zu kurzen, knappen Sätzen. Bedingt durch das Hauptthema meines Blogs – Musik – glaube ich, dass eigentlich keine Worte beschreiben, was ein Lied (MP3) „erzählt“. Die Länge eines Beitrags ist für mich persönlich aber nicht immer das Wichtige. Guter content ist auch in einem oder zwei Sätzen. content=Inhalt.

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